Der Zentralschlüssel – ein Auslaufmodell…

Jeder Bewohner desselben Mehrfamilienhauses hat ihn in der Tasche oder am Schlüsselbund: den Zentralschlüssel.

Um ihn – oder besser mit ihm - dreht sich, was allen im Gebäude gemeinsam zugänglich sein muss, von der Hauseingangstür bis zum Fahrradkeller. Das mechanische System hinter einem Zentralschlüssel ist eine Zentralschlossanlage.

Davon gibt es noch jede Menge in Deutschland. Sicherheit und Komfort heutigen Maßstabs sind mit einem Zentralschlüssel bzw. einer Zentralschlossanlage nur noch begrenzt erreichbar. Es gibt attraktivere Lösungen: digitale Schließsysteme.

Zentralschlüssel
Zentralschlüssel – Seniorenwohnheim

Wo kommt ein Zentralschlüssel zum Einsatz?

Klassische Anwendungsbereiche einer Zentralschlossanlage mit Zentralschlüssel sind hauptsächlich Mehrfamilienhäuser, Miet- und Eigentumswohnanlagen sowie verschiedene Arten von Wohnheimen, Seniorenresidenzen oder ähnliche Einrichtungen.

Grundprinzip ist immer das Zusammentreffen von „Gemeinschaftszugängen“ (z.B. Hauseingangstür) und Individualzugängen (z.B. Wohnungseingangstür) in ein und demselben Gebäude. Einen Zentralschlüssel hat in der Regel außer den Hausbewohnern auch der Facility Manager, Hausmeister oder der Besitzer der Wohnanlage. So können diese Personen alle gemeinschaftlich genutzten Bereiche betreten, nicht aber die individuellen Räume und Einrichtungen (z.B. Briefkästen, Kellerabteil). 

 

So funktioniert ein Zentralschüssel

Im Gebäude müssen viele einzelne Personen eine oder mehrere „zentrale“ Türen, beispielsweise Haustüre oder Kellerabschlusstür schließen. Es darf aber kein Mieter oder Eigentümer mit seinem Schlüssel eine andere Wohnungseingangstür schließen. Die technische Komplexität eines Zentralschlüssels innerhalb einer Zentralschlossanlage liegt genau in den Zentralfunktionen.

Jeder individuelle Schlüssel muss im Stiftsystem der Schließzylinder aller zentralen Türen integriert sein, damit er schließen kann. Jeder Mieter oder Wohnungseigentümer im Objekt hat nur einen Zentralschlüssel zum Öffnen oder Schließen sowohl der zentralen Türen (Tor, Hauseingangstür, Fitnessbereich, Tiefgarage, Müllraum) als auch seiner Wohnungsabschlusstür, seines Briefkastens, seines Kellerraumes.

Vorteile eines Zentralschlüssels

Zentralschlüssel – Schließplan

Das Hauptargument für eine Zentralschlossanlage mit Zentralschlüssel ist die Gruppierung von einzelnen Zugangsberechtigungen. Es können verschiedene Personengruppen (z.B. alle Angehörigen einer Wohneinheit) gebildet werden. Jede Personengruppe bekommt einen Zentralschlüssel ausgehändigt, der für die Türschlösser des jeweils genehmigten Zugangsbereiches und für alle zentral genutzten Türen passt.

Der Zugang einer externen Personengruppe wie Facility Manager, Reinigungs- und Sicherheitspersonal zu bestimmten Bereichen des Gebäudekomplexes kann innerhalb einer Zentralschlossanlage mit Zentralschlüssel klar geregelt werden.

Ein Zentralschlüssel hat große Nachteile

Das Malheur beginnt in dem Moment, wenn ein Zentralschlüssel innerhalb einer Zentralschlossanlage verloren geht. Ab diesem Zeitpunkt ist die Sicherheit des Gebäudes nicht mehr gewährleistet. Je nachdem, welcher Besitzer eines Zentralschlüssels diesen verloren hat, sind bestimmte Bereiche uneingeschränkt zugänglich, in jedem Fall alle gemeinschaftlich genutzten Zugänge. Und das möglicherweise für Stunden oder Tage – denn im Fall des Verlustes eines Zentralschlüssels muss die komplette Zentralschlossanlage ausgetauscht werden.

Die Ersatzbeschaffung ist in der Regel kurzfristig schwierig, es entstehen zudem hohe Kosten – je nach Größe des Gebäudes und Zahl der Türen summiert sich das schnell auf einen fünfstelligen Betrag.

Kopieren des Zentralschlüssels ist problematisch

Wenn der Patentschutz auf einen Zentralschlüssel abgelaufen ist und Schlüsselrohlinge im Umlauf sind, lässt sich unter Umständen an jedem größeren Bahnhof eine Schlüsselkopie anfertigen. Das ist natürlich illegal, kann aber praktisch nicht kontrolliert werden. Auf solche Art entstandene Zentralschlüssel heißen in Fachkreisen „Schwarze Schlüssel“. Niemand kennt ihre genaue Zahl, niemand weiß, wer sie besitzt.

Für die Anfertigung eines unerlaubten Zentralschlüssels reicht zum Beispiel die Untervermietung einer Wohnung: Der Hauptmieter nimmt seinen Zentralschlüssel mit, lässt für den Untermieter einen illegalen Zentralschlüssel anfertigen. Endet die Untermiete und der das Gebäude endgültig verlassende und bis dahin temporäre Bewohner nimmt seinen illegal entstandenen Zentralschlüssel mit ist die Sicherheit des Gebäudes in Gefahr. Besitzer, Vermieter oder Facility Manager haben so im Laufe der Jahre keinen exakten Überblick mehr, welche und wie viele Zentralschlüssel für die Zentralschlossanlage des Gebäudes tatsächlich existieren.

Digitale Schließtechnik ersetzt den Zentralschlüssel

Die SimonsVoss Technologies GmbH (Unterföhring) bietet für Mehrfamilienhäuser, Miet- und Eigentumswohnanlagen flexible digitale Systemlösungen, die sowohl im Neubau wie in Bestandsgebäuden für Sicherheit sorgen und den Benutzern mehr Komfort bieten. Statt mechanischen Profilzylindern kommen digitale Schließzylinder in den Türen zum Einsatz. Die Zentralschlüssel und alle weiteren mechanischen Schlüssel werden durch moderne, elektronische Zugangsmedien ersetzt. Diese Medien in Form von Transpondern oder Karten werden für die erforderlichen Türen entsprechend programmiert. Sie funktionieren berührungslos und öffnen die Zugänge durch kurzes Davorhalten. Die gesamte digitale Schließanlage und alle ausgegebenen Schließmedien können komfortabel durch das Facility Management verwaltet und gesteuert werden. Bei Verlust eines Schließmediums oder der Ausgabe einer neuen Zugangsberechtigung kann sofort und zielgerichtet reagiert werden. Ein neuer Transponder kostet lediglich ein paar Euro, das Löschen des verlorenen Mediums und das Programmieren des neuen ist eine Sache von wenigen Klicks in der Verwaltungssoftware LSM von SimonsVoss. 

Der Bewohner bleibt beim Einsatz einer digitalen SimonsVoss Schließanlage weiterhin flexibel. So kann dem Nachbar ein temporärer Zugang zur Wohnung gewährt werden, um bspw. Blumen zu gießen. Die Hausverwaltung hat durch die Software zugleich einen kompletten Überblick über alle Zutrittsberechtigungen eines Gebäudes in Echtzeit: Wer darf wann wo rein.

Zentralschlüssel – digitales Schließsystem

Keine Probleme bei Schlüsselverlust

Zentralschlüssel – Transponder

Nicht immer steht ein genügend großes Budget zur Verfügung, um das gesamte Gebäude mit allen Türen digital zu optimieren. Ein praktikabler Ansatzpunkt für den Einstieg in die digitale Schließtechnik ergibt sich bei Geschosswohnungsbauten, deren Hauseingangstüren über elektrische Türöffner verfügen. Hier kann mit dem digitalen Schlüsselschalter SmartRelais 2 von SimonsVoss nachgerüstet werden. Ein externer Dienstleister, z.B. ein Sicherheitsfachhändler und SimonsVoss Partner, oder der eigene Haustechniker managt das kostengünstige System für die Eigentümergemeinschaft oder die Wohnungsgenossenschaft. Ein weißes Aufputzgehäuse wird außen im Bereich des Türdrückers montiert, die integrierte Elektronik steuert den bestehenden Türöffner an. Ausgelöst wird der Öffnungsvorgang durch das Vorhalten eines individuell programmierten Transponders (Karte oder Chip-Tag).

Auch hier gilt: Verliert ein Wohnungsinhaber dieses Schließmedium, muss kein teurer Zentralschlüssel ersetzt werden. Die Hausverwaltung oder der externe Dienstleister erstellt (programmiert) einen Ersatztransponder. Sobald dieser zum ersten Mal eingesetzt wird, erlischt automatisch die Zugangsberechtigung des verloren gegangenen Transponders, der nun von niemand mehr genutzt werden kann. Damit ist die Sicherheit unmittelbar wieder gegeben.