Fluchttürsteuerung wird digital

Wohl in keinem Fall möchte man sich vorstellen, dass eine Fluchttür bei einem Notfall mit schneller Evakuierung eines Gebäudes versagt. Technisch sind bei einer bauaufsichtlich zugelassenen und zertifizierten Fluchttür alle Maßnahmen getroffen, um einen solchen Fall zu vermeiden. Mit einer neuartigen digitalen Fluchttürsteuerung lassen sich die Funktionen und das Handling solcher Türen allerdings noch erweitern bzw. gegenüber rein mechanischer Fluchttürsteuerung optimieren.

 

Herausforderung Fluchttürsteuerung

Fluchttüren sind elementarer Bestandteil der Gebäude-Infrastruktur bei Verwaltungsbauten, Kinos und Konzertsälen, Krankenhäusern, Hotels und Schulen. Anzahl und Positionen der Fluchttüren sind klar festgelegt. Sie dienen im Gefahrenfall durch ihre technische Ausstattung der schnellen und absolut barrierefreien Evakuierung der Personen aus dem Gebäude.

Fluchttüren öffnen immer in Richtung der Rettungsmöglichkeiten, sie entsprechend zu betätigen muss jederzeit und durch jeden von innen möglich sein. Gleichzeitig darf durch sie von der Außenseite betrachtet natürlich keine Schwachstelle entstehen, die leichtes Eindringen in das Gebäude erlauben würde. In diesem vermeintlichen Widerspruch bei der Funktionalität liegt die technische Herausforderung bei der Planung und beim Einsatz von Fluchttüren

 

Mechanische Fluchttürsteuerung hat Grenzen

Die neuen Systeme digitaler Schließtechnik und Zutrittskontrolle, wie etwa das System 3060 von SimonsVoss, bieten gegenüber der mechanischen Fluchttürsteuerung einige wesentliche Vorteile, weshalb sie immer mehr zur Anwendung kommen. Jede Fluchttür und jeder Ver- bzw. Entriegelungspunkt lassen sich zentral erfassen und im Bedarfsfall intelligent ansteuern. Niemand muss dazu durchs Gebäude laufen, digitale Fluchttürsteuerung arbeitet sozusagen berührungslos. Die Türelemente selbst und die entsprechend für PCs erhältlichen Tools innerhalb der digitalen Software zeigen auf Anhieb den jeweiligen Zustand der Fluchttüren (offen, geschlossen, verriegelt) an. Solches DoorMonitoring ermöglicht den Verantwortlichen im Gebäude, im Gefahrenfall in Sekunden reagieren und beispielsweise mit einem Klick zentral alle Fluchttüren zum selben Zeitpunkt zur Betätigung freigeben zu können. Dies wäre mit mechanischer Fluchttürsteuerung nicht machbar, hierzu müsste jede mechanisch gesicherte Fluchttür manuell durch eine (fliehende) Person betätigt werden.

 

Mehr Sicherheit und Komfort durch digitale Fluchttürsteuerung

Zutrittskontrolle_digitales_Schliesssystem_3D

Zweiter wesentlicher Vorteil digitaler Fluchttürsteuerung ist die Dokumentation. Für jede Fluchttür im Gebäude wird akribisch festgehalten, ob und wann dort Öffnungsvorgänge von innen oder außen vorgenommen wurden. Störungen fallen nicht erst im Gefahrenfall auf, wenn die Fluchttür nicht einwandfrei funktioniert. Die im digitalen Schließsystem vollständig registrierten Schließmedien (Transponder oder Karte) erlauben es zugleich festzustellen, von wem der registrierte Öffnungsversuch durchgeführt wurde.

In bestimmten Fällen und bei Wartungsarbeiten kann das Öffnen einzelner Fluchttüren gewollt bzw. notwendig sein. Hier lassen sich bei digitaler Fluchttürsteuerung im Gegensatz zu mechanischer Fluchttürsteuerung komfortabel Zeitzonen für die berechtigten Personen schaffen, in denen die Arbeiten durchgeführt werden müssen. Vor- und nachher registriert die digitale Fluchttürsteuerung,

ob der ordnungsgemäße Verriegelungszustand wiederhergestellt wurde. Bei rein mechanischen Fluchttüren muss das einzeln durch Facility Manager etc. überprüft werden.

 

Einfache Integration digitaler Fluchttürsteuerung

Wenn ein Gebäude einen Erweiterungsbau erhält, der ebenfalls über Fluchttüren verfügt, ist deren Einbindung in die digitale Fluchttürsteuerung kein Problem und der zusätzliche Verwaltungsaufwand gleich null. Als weiteres Plus gegenüber mechanischer Fluchttürsteuerung bieten digitale Systeme mit vergleichsweise wenig Aufwand die Möglichkeit zur Kombination mit oder Integration in vorhandene Einbruch- und Brandmeldeanlagen. Mit entsprechenden Software-Bausteinen lassen sich diese Funktionen in die zentrale Verwaltung integrieren und erleichtern so die Steuerung aller für die Gebäudesicherheit relevanten Prozesse.