Digitales Erfolgsprinzip mit vier Buchstaben: RFID

„Radio Frequency Identification“ – abgekürzt RFID – ist das zentrale Funktionsprinzip digitaler Schließtechnik. RFID liefert die technische Begründung, warum digitale Schließanlagen den traditionellen mechanischen Schließsystemen überlegen sind.

RFID-Pionier in der Schließtechnik

RFID hat eine lange Tradition, schon Ende der 70er Jahre kam diese Technologie in Form von Warendiebstahlsicherungen im Handel zum Einsatz. Weitere zehn Jahre später fand RFID zunehmend Eingang in die Sicherheitstechnik und Zutrittskontrolle – maßgeblich forciert von Simons Voss. Das Unternehmen mit Sitz in Unterföhring gilt heute als Pionier der RFID-Technologie im Bereich digitaler Schließsysteme.

Mit RFID können Daten kontaktlos gelesen und gespeichert werden, die Übermittlung erfolgt ausschließlich via Funkerkennung. Beteiligte Komponenten sind

  • RFID-Transponder: Sie enthalten die individuellen Informationen und korrespondieren entweder

    passiv – d.h. ohne eigene Energiequelle, der Datenaustausch ist auf wenige Meter Reichweite begrenzt und wird durch die Energiequelle des Readers initiiert, oder
    aktiv – dann sind die Transponder mit einer Batterie ausgestattet und können Daten aus größeren Entfernungen übermitteln

  • RFID-Reader: Der Leser liest die auf dem Identifikationsmedium gespeicherten Informationen aus

  •  

    RFID-Software: Damit wird der Datenaustausch zwischen Reader und Transponder gesteuert und das System verwaltet.

     

Das Ende mechanischer Schließvorgänge

RFID hat sich sehr schnell sehr weit in unzählige Anwendungen verbreitet. Gründe dafür sind unter anderem die berührungslose Funktionsweise, die überschaubaren Kosten für die Systeme und ihre hohe Flexibilität. Im Bereich der Sicherheitstechnik bricht RFID mit der jahrhundertealten Tradition des mechanischen Schließvorgangs: In der Tür befindet sich ein Schloss, dessen Falle und Riegel mit Hilfe des Schlüssels und einer Person an der Tür zum Sperren oder Öffnen der Tür bewegt werden. Dieser physische personengebundene Kontakt, auf den mechanische Schließanlagen bis heute angewiesen sind, entfällt in RFID-basierten Systemen komplett – sie arbeiten berührungslos.

 

RFID spart Kosten bei Schlüsselverlust

Auf diesem Prinzip, das nicht nur flexibel zu handhaben ist, sondern vor allem viel Komfort für die Anwender bietet, basiert letztlich der Erfolg digitaler Schließsysteme gegenüber mechanischen Systemen. Je nach Anforderung und Größenordnung der zu sichernden und zu überwachenden Türen kommen Online- oder Offline-System zum Einsatz. Online-Systeme ermöglichen den unmittelbaren Datenabgleich mit der Zentrale und eine sofortige Reaktion an der Tür. Offline-Systeme erteilen Zutrittsberechtigungen aus vorher programmierten Datensätzen, die mit denen auf dem Transponder abgeglichen werden. Beide digitalen Systemvarianten stehen im Vergleich zur mechanischen Schließtechnik für eine schnellere und flexiblere Zutrittskontrolle. Ein verloren gegangener Transponder kann sofort ausprogrammiert werden und ist dann „wertlos“ – ein verloren gegangener mechanischer Schlüssel zieht umfangreiche Investitionen nach sich – der mechanische Zylinder, schlechtestenfalls die gesamte Schließanlage müssen ersetzt werden.

 

Komplexere Aufgaben möglich als bei der Mechanik

Das RFID-Prinzip digitaler Schließtechnik funktioniert natürlich nicht nur an Türen. Im Unterschied zur mechanischen Schließanlage lassen sich digital deutlich mehr Einsatzbereiche mit diesen High-Tech-Systemen komfortabel ausstatten – etwa Schranken, Möbel oder Tresore. Und verglichen mit der mechanischen Schließtechnik können RFID-basierte digitale Schließsysteme komplexere Anforderungen erfüllen, beispielsweise die Vorgabe zur Erfassung aller Schließvorgänge und ihre zeitliche Einordnung. Oder das Vergeben von temporären Zutrittsberechtigungen, ohne dass nach Ablauf der Zeitspanne offen ist, ob die entsprechende Person noch Zugang hat oder nicht. Diese Frage beantwortet das digitale System mit sekundengenauem Löschen der Berechtigung.