Ein langfristiges Zuhause und eine aussichtsreiche Zukunft
Aufgrund des extrem kalten Winters im Jahr 2000 mit Temperaturen bis –50°C verzögerte sich der Aufbau des SOS-Kinderdorfes in Ulan Bator. Im Sommer 2002 konnten schließlich die Arbeiten abgeschlossen werden. Das Leben in der familiären Gemeinschaft begann mit dem Einzug der ersten Kinder, ihrer SOS-Mütter und des Dorfleiters in das neue Zuhause.
Das SOS-Kinderdorf, das sich am Stadtrand von Ulan Bator befindet, hat vierzehn Familienhäuser und einige Nebengebäude. 100 Jungen und Mädchen gestalten im Rahmen ihrer Großfamilie den Dorfalltag. Die älteren Jugendlichen ziehen in die dazugehörige SOS-Jugendeinrichtung.
Die meisten Kinder haben ihre Eltern verloren und keine Verwandten, die sich um sie kümmern können. Das jüngst Aufgenommene wurde zum Beispiel im Krankenhaus zurückgelassen, es war gerade 45 Tage alt, als es ins Kinderdorf kam.
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Beste Schülerin des Jahres
Uyanga (Name wurde geändert) hingegen ist heute das älteste Mädchen. Sie kam mit ihren beiden kleineren Geschwistern ins Kinderdorf. Uyanga ist sehr begabt und liebenswürdig. Für ihre guten schulischen Leistungen, ihre Musikalität und ihre sportlichen Fähigkeiten bekam sie bei Wettbewerben schon viele Auszeichnungen und wurde als „beste Schülerin des Jahres“ ernannt. Es wird sehr darauf geachtet, dass alle Kinder ihre Talente entwickeln, ihr Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl stärken und ihr Wissen erweitern können.
Aufgrund der liebevollen Fürsorge der SOS-Mütter leben sich die Kinder meist recht schnell in ihrer neuen Umgebung ein. Sie helfen sich gegenseitig und schöpfen wieder Vertrauen in ihre Mitmenschen. In der Mongolei haben Familienzusammenhalt und Hilfsbereitschaft eine große Tradition.
Die Kinder besuchen öffentliche Kindergärten und Schulen in der Umgebung des Kinderdorfes, so dass sie gut in die Gemeinde integriert sind. Einige der Kinder sind sehr ehrgeizig in der Schule, andere benötigen aufgrund ihrer schwierigen Vergangenheit besondere Unterstützung, um den Schulalltag meistern zu können. Für interessierte Kinder und SOS-Mütter wurde vor einiger Zeit im Kinderdorf Englischunterricht eingeführt.
In der Freizeit treffen sich die Kinder mit Freunden, spielen Tischtennis, treiben Sport oder tanzen. Wenn sie musikalisch sind, können sie das Singen oder ein Musikinstrument erlernen. Die Aktivitäten fördern die Kinder in ihrer Entwicklung und helfen ihnen dabei, die Vergangenheit zu verarbeiten. Auch die Ferien sind für die jungen Menschen dazu da, sich kulturell weiterzubilden und an Aktivitäten teilzunehmen.
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Verhindern, dass Familien zerbrechen
Armut und Not zahlreicher Familien im Umkreis des SOS-Kinderdorfes haben ein SOS-Sozialzentrum ins Leben gerufen. Es verfügt über Lehrwerkstätten, einen Behandlungsraum und zwei Kinderbetreuungsräume.
Neben medizinischer Grundversorgung bietet das Zentrum Familienhilfe. Sie zielt darauf ab, die speziellen Bedürfnisse von Kindern zu berücksichtigen und zu fördern, aber auch die finanzielle Unabhängigkeit der Eltern zu erreichen.
Bildungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, Kinderrechte sowie Schutz vor Gewalt und Missbrauch, stehen für SOS im Vordergrund. Erziehungsberatung und Bewusstseinsbildung für Eltern und allein stehende Mütter soll diese befähigen, selbständig für die Betreuung und den Schutz ihrer Kinder zu sorgen.
Ziel ist es, in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde bedürftige Familien vor dem Teufelskreis der Armut zu bewahren. Das Programm hilft 500 Familien ihre Lebensqualität zu verbessern und den Kindern die Chance auf eine hoffnungsvolle Zukunft zu geben.
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Ein dünn besiedeltes Land
Die Mongolei umfasst 1.566.500 km². Das Land ist etwa viermal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Die Innere Mongolei gehört zu China, die Äußere bildet die Mongolische Volksrepublik. Mit 2,8 Mio Einwohnern ist es eines der am dünnsten besiedelten Länder der Welt. In der Hauptstadt Ulan Bator leben fast die Hälfte der Einwohner.
Die Mongolei ist das 130. Land, in dem die SOS-Kinderdorf-Idee Fuß gefasst hat. Heute gibt es in diesem Land zwei SOS-Kinderdörfer, eine SOS-Jugendeinrichtung und ein SOS-Sozial-zentrum. Die SOS-Programme kommen gut 500 jungen Menschen zugute